Viertes Mal Gold für den Golf- und Land-Club Kronberg

Märchenhaft ist das Zuhause des Golf- und Land-Club Kronberg. Die Bahnen des Platzes umrahmen Schloss Friedrichsdorf, das Kaiserin Friedrich 1889 erbauen lies. Im Schlosspark mit seinen Bäumen aus aller Welt wird eine Golfrunde zum Naturerlebnis. Dieses Erbe pflegt der Club mit großem Engagement und ist dafür zum vierten Mal in Folge vom Deutschen Golf Verband (DGV) mit dem Gold-Zertifikat von Golf&Natur ausgezeichnet worden.

Bei all ihrer Schönheit: Die unzähligen majestätischen Bäume des Schlossparks machen dem Golf- und Land-Club Kronberg die Arbeit nicht leicht. Denn das Qualitätsmanagement-Programm des DGV berücksichtigt nicht nur den rücksichtsvollen Umgang mit Natur und Landschaft, Arbeitssicherheit oder die Infrastruktur der Golfanlage, sondern auch die Pflege des Platzes. „Die Bäume nehmen dem Rasen Licht und mit ihren Wurzeln auch Wasser“, sagt Headgreenkeeper Jörg Vowinckel-Ewald. Umso anspruchsvoller sei es, in trockenen Sommern die kurzgemähten Flächen gut in Schuss zu halten.

Die prächtigen Bäume gehen zurück auf Kaiserin Friedrich, wie sich Victoria nach dem Tod Ihres Gatten Kaiser Friedrichs III. nun nannte. Die Tochter Queen Victoria ließ die edlen und exotischen Gehölze in ihrem Schlosspark pflanzen. Ihre Gäste brachten Bäume aus aller Welt mit nach Kronberg. Ein Brauch, der unter dem heutigen Schlossherren Prinz Heinrich Donatus von Hessen nicht verlorengegangen ist.

Die Golfer wissen, dass die zum Teil mehr als 40 Meter hohen Mammutbäume und viele Exoten wie der asiatische Tulpenbaum, botanische Pyramideneichen, der afrikanische dreidornige Nussbaum und die vielen Rhododendronbüsche ihren Platz zu etwas ganz Besonderem machen. „Wir spielen Golf in einem kleinen Paradies“, sagt Kronbergs Präsident Dr. Tom Oliver Schorling lakonisch. Tobias Drews, der die sechs Personen starke Golf&Natur-Gruppe im Club leitet, nickt zustimmend.

Erbaut wurde der Golfplatz 1953, zunächst mit neun Löchern in unmittelbarer Nähe zum Schloss. Im Jahr darauf wurde der Golf- und Land-Club Kronberg gegründet, der auch zu den acht Gründerclubs des Hessischen Golfverbandes zählt. Die Erweiterung auf 18 Bahnen geschah 1963 auf Streuobstwiesen, die von einer Straße getrennt unterhalb des Schlossparks liegen. Heute gehören Schloss und Grund der Hessischen Hausstiftung, der Club ist Pächter des Golfplatzes, zu dem auch ein kürzlich renoviertes Casino – ein kleines Restaurant – im Schloss gehört.

Die Terrasse des Casinos bietet einen freien Blick auf Golfplatz und Schlosspark und ist für viele der 1200 Mitglieder ein bevorzugter Ort im Club. „Ihretwegen und wegen des großen Gemeinschaftsgefühls bleiben dem Club auch Mitglieder erhalten, die aus Altersgründen kein Golf mehr spielen können“, berichtet Präsident Schorling.

Am Golf&Natur-Programm des DGV nimmt der Club bereits seit zehn Jahren teil. „Wir haben eine lange Reise hinter uns“, sagt Dr. Hans Storm, der zur Golf&Natur-Gruppe gehört und zugleich Sicherheitsbeauftragter des Clubs ist. Zur Zeit der ersten Bestandsaufnahme hätten die Greenkeeper für ihre Maschinen noch keine Halle gehabt, regelmäßige Wartungen habe es nicht gegeben. „Die Mäher standen oberhalb des Platzes unter Zeltplanen, und wenn einer mal nicht funktionierte, dann blieb er stehen und man nahm einfach einen anderen“, erinnert sich Storm und lächelt dabei fast ungläubig.

 Zusammen mit DGV-Auditor Dr. Gunther Hardt stellen die Kronberger einen individuellen Entwicklungsplan auf, der neben der Einhaltung aller gesetzlichen Bestimmungen, der fachgerechten Bewirtschaftung der Anlage auch die Unterstützung des Natur- und Umweltschutzes sowie die entsprechende Weiterbildung der Mitarbeiter vorsieht. 2011 erhält der Club vom DGV das Bronze-Zertifikat, weil er die 15 Basisanforderungen erfüllt. Doch das ist erst der Anfang.

Die Bachläufe auf dem Platz werden in der Folge renaturiert, um mehr Artenvielfalt zu ermöglichen. Heißt: Die Greenkeeper lassen den Bewuchs des Ufers stehen und mähen die Pflanzen nicht bis zum Wasser ab. Was auf den ersten Blick nach Unordnung aussieht, schafft neue Lebensräume. Außerdem wird die Verkehrssicherheit auf dem Platz erhöht, der Blitzschutz der Schutzhütten verbessert, ein Gewitterwarnsystem eingerichtet, zudem finden regelmäßig Brandschutzübungen statt. Es gibt Wasseruntersuchungen an den Bächen und die Grüns werden auf Pestizidrückstände überprüft. Auf dem unteren Teil des Platzes pflanzt der Club weitere Obstbäume und beschließt die Verwertung der Äpfel – typisch hessisch werden sie zu Saft gekeltert. Über sämtliche Bäume auf der Anlage wird ein Baumkataster angelegt, besonders wertvolle Bäume stehen sogar im Birdiebook.

Nicht einmal ein ganzes Jahr vergeht, da bekommen die Kronberger für ihre Fortschritte das Silber-Zertifikat. Gold erreichen sie schließlich 2013 durch die offizielle Abnahme des Umweltmanagementsystems, die intensive Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft Gartenbau, die den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Greenkeeper optimiert. An den Straßenübergängen zwischen dem oberen und unteren Teil des Golfplatzes sind zuvor weitere Verkehrsschilder aufgestellt worden. Auch Ballfangnetze haben die Sicherheit auf dem Platz noch einmal erhöht.

Heute verfügt der Club natürlich über einen Betriebshof und eine moderne Maschinenhalle. Gefahrstoffe werden fachgerecht in einem Raum aufbewahrt, und die Maschinen werden regelmäßig gewartet. Headgreenkeeper Jörg Vowinckel-Ewald, der seit 2013 in Kronberg arbeitet, sagt: „Anfangs saß ich 30 Prozent meiner Arbeitszeit im Büro und habe mich mit Verwaltung beschäftigt, nun sind es bis zu 70 Prozent, aber ich habe draußen ein Team, auf das ich mich absolut verlassen kann.“

Die Golf&Natur-Gruppe des Clubs ruht sich indes nicht auf ihrer goldenen Auszeichnung aus: In Sichtweite zum Halfwayhaus wurde gerade ein Insektenhotel aufgestellt, etwas weiter, am Abschlag von Bahn 5 wurde ein großer Blühstreifen für Wildbienen angelegt. Acht Honigbienenvölker gibt es auf dem Golfplatz, die dem Club seinen eigenen Honig bescheren. Und dann gibt es noch mehrere Dutzend Nistkästen, die Graham Burtoft aus der Golf&Natur-Gruppe ganz besonders am Herzen liegen: „Wir haben mehrere Meisenarten, Trauerfliegenschnäpper sowie Kleiber, beobachten auf dem Platz aber zum Beispiel auch Bachstelzen und Pirole.“ Bald würden auch Niströhren für den Steinkauz errichtet.

Text und Fotos: Arne Bensiek

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